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Der spekulative Goldrausch
By GoldIndex | August 5, 2008
Von der Panik auf den Aktienmärkten und der allgemeinen Unsicherheit auf den internationalen Finanzmärkten profitiert derzeit die Goldbranche. Einen wirklich sicheren Hafen finden Anleger aber auch hier nicht.
Mit Floskeln wie »Rettungsanker in unsicheren Zeiten« wird in Krisenzeiten weltweit für Gold geworben. Doch derzeit braucht es kein Marketing für den Ankauf des goldgelben Edelmetalls. Rund um den Globus flüchten Anleger aus den abstürzenden Aktien und suchen nach sicheren Alternativen. Gold ist dabei der Klassiker und noch nie in der Geschichte ist der Preis für die Feinunze (31,1 Gramm) derart in die Höhe geschossen wie am Donnerstag: Der Kurs schoss kurzzeitig um mehr als 100 US-Dollar auf 893,05 Dollar in die Höhe. Die Nachfrage nach Goldmünzen wie dem American Eagle oder dem südafrikanischen Krügerrand war enorm. Doch schon am Freitag setzte sich der Höhenflug des Goldkurses nicht mehr fort. Bei 837 US-Dollar notierte der Kurs am Mittag – die Flucht in die klassische Krisenwährung erhielt einen Dämpfer.
Indes prognostizieren Experten etwa von der Deutschen Bank für die nächsten Wochen einen steigenden Goldkurs. Das Edelmetall werde über die Marke von 900 Dollar klettern, weil die Krise auf dem Finanzmarkt das Vertrauen in herkömmliche Anlageformen empfindlich gestört habe.
Gleichzeitig warnen Experten, der Goldmarkt sei ähnlich spekulativ und schwankungsanfällig wie das Aktiengeschäft. In den vergangenen Monaten war der Preis stark eingebrochen. Nach dem Rekordhoch vom März mit rund 1030 Dollar pro Unze fiel er im September auf ein Jahrestief von rund 735 Dollar. Der Kursabfall resultierte aus dem Verkauf von Goldpositionen großer Investoren, die sich angesichts des sinkenden Ölpreises und des damit zurückgehenden Inflationsdrucks vom Gold trennten. Außerdem verkaufen Banken und Fonds Gold in großem Stil, wenn sie Geld benötigen.
Nun haben sich die Zeichen der Zeit erneut umgekehrt. Gold ist wieder interessant, um sich abzusichern. Zudem steigt die Nachfrage aus Indien und dem Mittleren Osten, wo es als reales Edelmetall benötigt wird. So hat sich der Absatz in Abu Dhabi im August vervierfacht. Traditionell steigt die Nachfrage im Spätsommer aufgrund des einsetzenden Weihnachtsgeschäfts der Juweliere und der Hochzeitssaison.
Den großen Minengesellschaften dürfte diese Perspektiven gefallen. Schon am Mittwoch hatte der Aktienindex der Branche, AMEX Gold Bugs, ein Plus von rund zwölf Prozent verbucht. Im Vergleich zu den großen nordamerikanischen Goldförderern wie Newmont Mining, Barrick oder Goldcorp stehen die südafrikanischen Produzenten wie AngloGold Ashanti und Gold Fields indes nicht sonderlich gut da. In ihren Minen sind die Produktionskosten deutlich höher als in Peru und anderswo, weil man immer tiefer schürfen muss und weniger Gold findet. Folglich hat Südafrika als Goldförderer an Bedeutung verloren. Aber auch der Aktienkurs vieler anderer Produzenten war in den letzten Monaten – nach mehreren dicken Jahren – auf Talfahrt gegangen. Sie sanken zumeist deutlich stärker als der Goldpreis und Ende August war der tiefste Stand seit drei Jahren erreicht.
Für die Branche sind die spektakulären Zuwächse beim Goldpreis somit vorerst nicht mehr als ein Silberstreif am Horizont. Aber der könnte in den kommenden Wochen deutlich breiter werden.
Quelle: Neues Deutschland
Topics: Allgemein |
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